Samstag, 28. Mai 2011

Arbeit am Hofe

Und wieder grüße ich euch herzlichst!

Nachdem ich nun schon festgestellt hab, dass ich mir über ungewöhnliche Dinge Gedanken mache, muss ich mich nun auch noch für mich eher ungewöhnlichen Arbeiten widmen. Natürlich hab ich als Tischler schon viele Aufträge bekommen, darunter auch mal ausgefallene, bei denen man auch als grober Kerl mal ein bisschen Kreativität und Einfühlungsvermögen zeigen muss, aber meist ähneln sich die Wünsche der Kunden doch. Es sitzt ja nicht in jedem Haus ein Individualist mit bunten, verqueren Sonderwünschen. Die meisten wollen einfach nur etwas Schlichtes, Solides nach der Art, die möglichst zeitlos ist.

Diesmal ist es meine Tochter, die sich was für mich ausgedacht hat. Schließlich soll ihr Vater sich um das Fräulein auch gebührend kümmern. Fräulein ist hier auch wirklich passend, denn diesmal soll es für die kleine Prinzessin ein hoheitliches Bett werden. Ein Prinzessinenbett für die amtierende Prinzessin des Hauses. Na wunderbar! Nun denk dir mal was aus, Alter Vater.

Erstmal hab ich mir etwas ratlos am Kopf gekratzt, als sie aufgeregt neben mir saß und schon so allerlei wünsch mit ihren Buntstiften auf ein Blatt Papier kritzelte. Pink muss es natürlich sein, mit goldenen Kugeln an den Enden, gleich ein Himmelbett wäre natürlich auch nicht schlecht und eine Schatztruhe für die königlichen Diamanten und Kleider. Also los, dachte ich und hab erstmal über die Kleinanzeigen Stuttgart ein paar nützliche Dinge zusammengesammelt. Farbe werde ich brauchen und ein paar Schnittmuster, wie ich sie bisher noch nie gebraucht habe. Aber nunja, irgendwie ist es ja ganz gut auf Trab gehalten zu werden. Manchmal ist so ein Arbeitsalltag frustrierend. Für einen wie mich, der sich mit sowas noch nie beschäftigt hat, ist hier Köpfchen gefragt! Mal sehen, ob das werte Fräulein zufirieden sein wird.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Dorffest

Ein fröhliches Moin Moin an euch, Leute!

Ich komme mir ja schon ein bisschen komisch, sogar melancholisch - an solche Ausdrücke denke ich sonst nicht mal- vor. Aber ich hab das Gefühl, noch an meinem Heimatbesuch am letzten Wochenende zu hängen. Ich weiß nicht, vielleicht liegt es einfach daran, dass ich zur Zeit nicht so viele Aufträge habe. Meine Kinder sind auch ausgeflogen, machen eine Schulfahrt, und das Haus kommt mir viel zu still vor. Hab nicht mal lust ordentlich Mittag zu kochen, wenn das nur für mich sein soll.

Auf jeden Fall schweifen meine Gedanken nun andauernd zu meinem alten Heimatdorf, das Haus und das letzte Wochenende. Ich hab es zwar immer schön dort gefunden, aber das letzte Mal war irgendwie was Besonderes. Muss es ja, sonst würde ich ja nicht immernoch darüber nachdenken. Mir will nur einfach nicht in den Sinn kommen, warum ich mir plötzlich über sowas Gedanken mache. Vielleicht ist das auch normal, wenn der Bart immer grauer wird und die Haare immer dünner.

Bevor wir am Sonntag abgefahren sind, haben wir noch das Dorffest besucht. Klingt nicht spannend, aber gehört für mich einfach das. Hier wird man schonmal komisch angeguckt, wenn man Wolfgang Petri in die Anlage schmeißt, aber da gehört das einfach dazu. Egal, in welchem Alter, es wird dazu gefeiert und getanzt. Ich hab mir ein Bierchen geholt, den Kindern ein Softeis mit Schokoüberzug und dann sind wir ab ins Zelt. Alte und neue Gesichter hatten sich auf den Bänken verteilt und in der Mitte wurde auf dem Parkett getanzt- so wie schon immer. Weil ich ja sowieso Schlagerfan bin, konnte ich mich nicht länger halten. Meine Kinder verdrehten peinlich berührt die Augen, die kennen sowas ja nicht, aber ich schnappte mir die alte Matilde, die mich früher immer zum Tanzen zwang und los ging´s.

Wie gesagt, ich bin sonst nie so ein melancholischer Typ. Aber seit langem hab ich mich mal wieder richtig heimatlich gefühlt.

Samstag, 14. Mai 2011

Heimat

Das letzte Wochenende war wie Urlaub. Wenn ich auch sonst nicht Freund von Pflichtbesuchen bin. Aber diesmal ging es zu meinen Eltern auf das Land. Und wenn ich sage Land, dann meine ich kein kleines Zweifamilienhaus mit drei mal drei Metern Garten. Nein, damit ist fast ein ganz eigenes Land gemeint. Ein kleines Dorf mit höchstens 80 Einwohnern, alle in einer großen Runde verteilt, niemand kann dem anderen auf den Teller gucken, aber wenn Hilfe nötig ist, kommt sie ohne dass man groß drum bitten muss.

Meine Eltern haben nun auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel und Zeit ihres Lebens in diesem kleinen Dorf gewohnt, wo auch ich aufgewachsen bin. Ab und an rufen sie an, um mich zur Hilfe zu holen für ein paar kleinere Arbeiten am Haus. Es ist schon lustig, dort anzukommen, von allen Seiten gegrüßt zu werden. Ich finde es sogar echt wohltuend, auf meine alten Tage mit kaputter Hüfte nochmal mit "Hallo Kleiner" empfangen zu werden. Man kennt sich halt und das in den meisten Fällen schon immer.

Erstmal angekommen gibt es eine kräftige Suppe, die meine Mutter seit Jahrzehnten mit genau den gleichen Zutaten kocht, dazu ein Kanten Brot und die gute selbstgemachte Wurst. Sowas Ordentliches hab ich zu Hause für meine Kinder nicht. Wenn man arbeitet wie ich kann man sich das ja kaum noch leisten, einen Hund zu halten, wann sollte ich also sowas noch machen? Außerdem fehlt mir der große Hof dazu und ich gebe mich zufrieden damit, als Besucher an den alten Kostbarkeiten zu erfreuen. Trotz meiner schweren, rauen Hände fühle ich mich in der alten Küche manchmal wieder wie ein kleiner Junge. Nach dem Mittag stehe ich dann mit meinem alten Vater wie früher im Schuppen und baue irgendetwas zusammen. Da fühlt sich Arbeit nicht mehr wie Arbeit an.

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